Der Begriff „Utopia“ kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt soviel wie „Nirgendwo-Land“ oder „Nicht-Ort“. Im heutigen Sprachgebrauch wird unter Utopie ein „unerfüllbarer Wunschtraum, nicht zu verwirklichender Plan“ verstanden.
In der Geschichte sind manche Utopien gelungen, manche gescheitert, und manche haben sich anders entwickelt als erwartet. Charakteristisch an Utopien ist, dass die Auseinandersetzung mit ihnen gesellschaftliche Vorstellungen öffnet, aus der Stagnation befreit und somit die Grundlage für Veränderungen einleiten kann. In dieser Spannung des Begriffes Utopie vom Wolkenkuckucksheim über die Vision ins pralle Leben wollen wir den Begriff fassen und dazu auffordern:
Das Unmögliche möglich machen! Utopia. machen.
Die Begriffe Utopie und Vision werden durch die Jahrhunderte der Geistesgeschichte der Menschheit in fast allen Lebensbereichen bewegt. Gesellschaftliche Entwicklungen sind oft durch Utopien gedanklich vorbereitet worden, etwa in Kunst, Philosophie und Technik (z.B. der Traum vom Fliegen). Vielleicht rührt der Beginn der Kultur aus der visionären Utopie her? Jedenfalls beschäftigen sich Politik und Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Soziologie sowie selbstverständlich die Zukunftsforschung mit der Frage nach Utopien und ihrer Verwirklichung.
Wie entwickeln sich Kulturen? Wie kommt das Neue in die Welt? These: Am Anfang steht eine visionäre Utopie. Sie wird zur konkreten Idee und weiter noch zur Vorstellung verdichtet und so begreifbar, dass sie in die Realität umgesetzt werden kann. So können aus Utopien Visionen, Ideen, Vorstellungen und schließlich Realitäten werden. Denn, um mit Kurt Tucholski zu sprechen: „Wozu führen denn letzten Endes die Erkenntnisse des Geistes, wenn man nicht einmal von den Höhen der Weisheit herunterklettert, ihre Ergebnisse auf das tägliche Leben anwendet und das zu formen versucht, nach ihrem Ebenbilde?“